29. Januar 2010

Hertha BSC Berlin – VfL Bochum: Die Bloggervorschau

geschrieben von Martin um 10:34 Uhr – abgelegt unter: VfL Bochum

Enno vom Hertha BSC Blog hatte die fantastische Idee, vor dem morgigen Spiel eine Mischung aus Chat und Mail-Interview zwischen Hertha- und VfL-(Micro)-Bloggern ins Leben zu rufen und hat mich gefragt, ob ich daran teilnehmen möchte. Was für eine Frage… Vielen Dank nochmal! Mit von der Partie waren Enno (Twitter) und Daniel (Twitter), vfl4ever, Andreas (Twitter) und Ben (Twitter)

1. Frage:
Hertha trifft am Samstag im Berliner Olympiastadion auf den VfL aus Bochum. Beide Mannschaften haben bereits den Trainer gewechselt. Mit Erfolg, wird man sagen können. Welche Mannschaft wird den ersten Rückschlag erleiden und warum?

vfl4ever: Erster Rückschlag… ich denke, die ganze Hinrunde war für Hertha ein Rückschlag, bei Bochum war es diese Nicht-Leistung beim 1-5 gegen die Bayern. Aus meiner Sicht muss Hertha jedes Spiel wie ein Endspiel angehen, schnell Siege sammeln und in einen Rausch gelangen. Von daher war das 0-0 gegen Gladbach bereits ein Dämpfer (und Ennos Tweets nach bin ich mit der Meinung nicht allein).

Andreas: Herthas Rückschlag war der Verlust von zwei Punkten gegen Gladbach. Hätte man aus den ersten beiden Spielen sechs Punkte geholt, wäre der Klassenerhalt vielleicht noch drin gewesen. So kann Hertha vom Glück sprechen, dass die Konkurrenz zu dumm ist, sich abzusetzen; aber reichen wird es vermutlich nicht mehr. Der VfL hingegen hat bereits mehrfach gezeigt, dass er Rückschläge wegstecken kann. Seien es die Niederlagen gegen Freiburg und Bayern zu Hause oder die erfolgreiche Wiederbelebung gegen Hannover und Sch**** 04 nach 0:2-Rückständen. Wenn es also für eine der beiden Mannschaften einen Rückschlag gegebn sollte, dürfte sich Hertha – im Vergleich zum VfL – davon nicht mehr erholen.

Enno: Die Rückrunde war ganz sicher ein einziger Rückschlag. Hertha hat viel zu lange gebraucht, um sich überhaupt auf den Abstiegskampf einzustellen. Nun scheint es Funkel jedoch gelungen zu sein, den Hebel innerhalb der Mannschaft umlegen zu können. Gegen Gladbach fehlte der Torerfolg. Das war schon ein Rückschlag, der aber – wie schon von Andreas geschrieben – auf Grund der Niederlagen der direkten Konkurrenz folgenlos geblieben ist. Eine Niederlage gegen Bochum wäre wohl das K.O für Hertha. Bochum dagegen könnte das sicherlich besser weg stecken. Immerhin sollte das Team ausreichend abstiegskampferprobt sein.

Daniel: Ich sehe die Gefahr des Rückschlags viel eher bei Hertha, als beim VfL. Selbst ein Unentschieden wäre – wie schon gegen Gladbach – zu wenig. Wenn Heiko Herrlich clever ist, schickt er seine Mannschaft mit der selben Taktik raus, wie Michael Frontzeck das am Samstag mit seinen Gladbachern gemacht hat: “Geht’s raus und lasst die machen. Die müssen. Wir nicht.” Und weil ich glaube, dass Bochum eine coolere und schnellere Kontermannschaft ist als Gladbach, bin ich wenig optimistisch, was den Samstag angeht.

Martin: Ehrlich gesagt, ich sehe auch die Gefahr des Rückschlags eher bei Hertha. Das mag jetzt subjektiv sein, aber die Hertha steh sowas von mir dem Rücken zur Wand, der VfL hingegen könnte sich sogar eine Niederlage erlauben. Außerdem halte ich Funkel nicht für einen guten Trainer.

Ben: Ganz ehrlich, auf dem (Tabellen-)Niveau der beiden Mannschaften gibt es quasi alle zwei Wochen einen neuen Rückschlag. Es ist ja die fehlende Konstanz, die beide Teams da unten hingeführt hat. Und das wird auch das Problem der Hertha sein, wenn sie nicht gegen uns gewinnt. Denn dann muss man plötzlich sehr, sehr konstant spielen und das ist dann eigentlich nicht mehr möglich. Außer es passiert ein Fußball-Wunder! (mensch, waren das noch Zeiten, als beispielsweise Werder ständig diese Fußball-Wunder im UEFA-Cup vollbrachte; oder Bayer Uerdingen; lange her)

2. Frage:
Bochum  zeigte in den letzten Spielen viel Moral, holte häufig Rückstände auf und zeigte eine kämpferische Leistung. Hertha scheint in Sachen Abstiegskampf noch nicht so weit zu sein. Ein Vorteil für Bochum?

vfl4ever: Hertha lebt mit anderen Ansprüchen als der VfL. In meinem Umfeld (Dortmunder, Gelsenkirchener, Duisburger…) hat jeder einen Absturz der Hertha vorausgesagt, wenn auch nicht so extrem, wie es dann in der Hinrunde kam. Von daher ist es sicher ein Vorteil, dass wir die ganze Saison über wußten, worum es geht. Andererseits sollte auch bei Hertha mittlerweile jedem klar sein, was Sache ist. Und immer wieder Rückständen hinterherzuhecheln, das kostet Kraft.

Andreas: Ob Hertha tatsächlich mit anderen Ansprüchen lebt, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall leben sie mit zu hohen Ansprüchen. Ein Vorteil für die Hertha kann das Kühllabor Olympiastadion sein. Dagegen existieren im Ruhrgebiet ja fast schon frühlingshafte Temperaturen. Gerade nach dem gefühlten Sieg gegen Sch**** 04 dürfte der VfL allerdings emotional im Vorteil sein.

Daniel: Ich glaube, dass bei Hertha alle verstanden haben, worum es geht. Dass das zu lange gedauert hat, ist keine Frage, deshalb stehen wir ja vor 16 quasi “KO-Spielen” – jede Niederlage wäre ziemlich sicher das Ende. Das kann enthemmen, es kann aber auch zum Gegenteil werden. Zumal, wenn eine Mannschaft aus Bochum kommt, die Spieler in den eigenen Reihen hat, die wissen, wie man mit so einer Situation umgeht. Ich würde hier aber bei keinem Team von einem Vorteil sprechen.

Martin: Ich glaube, das Spiel gegen Schalke war so eine Art Wegweiser für den Rest der Saison. Wer so ein Spiel nicht verliert, sondern in letzer Minute noch das Unentschieden holt, der steigt nicht ab. Ich habe das Gefühl, man muss sich immer klar werden, dass das “nur” ein Unentschieden war, es fühlt sich an wie ein Sieg. Und die Mannschaft tritt wieder als Einheit auf, das war unter Marcel Koller nicht der Fall. Ich würde sagen, Vorteil VfL.

Ben: Der VfL hat auch unter Koller schon Rückstände aufgeholt; wobei ich es eigentlich total bescheuert finde, da immer von “Moral” zu reden. Man hat einfach vorher so Scheiße gespielt, dass man dann plötzlich nichts mehr zu verlieren hat und Fußball spielt. Was andersrum aber auch zeigt, dass die Mannschaft vielleicht mehr kann, als sie vom Kopf her umsetzen kann. Bei der Hertha hat man sich komplett blenden lassen durch die letzte Saison. Man hat wirklich ganz häufig unterirdisch gespielt und knapp gewonnen. Jetzt spielt man unterirdisch und verliert knapp. Aber wenn mein absoluter Lieblingstrainer Funkel (IRONIE!!!) eines kann, dann mit potentiellen Absteigern umgehen.

3. Frage:
Was für ein Spiel erwartet ihr am Samstag? Und wie wird es ausgehen?

vfl4ever: Meine Erwartung ist eine kampfbetonte Partie auf niedrigem Niveau.  Es wird ein dreckiges Spiel, die Punkte zählen. Mir würde einer reichen, um Hertha eben gleich den Wind zu nehmen, eine Serie zu starten. Andererseits sah mein VfL gegen Funkels Teams (Uerdingen, Duisburg, Frankfurt) unter seiner Regie irgendwie immer schlecht aus.

Andreas: Minimal ein Punktgewinn für den VfL; optimal ein weiterer Auswärtsdreier!

Daniel: Schwierig zu sagen. In der Hinrunde hätten wir das Spiel gegen Gladbach mit Sicherheit verloren, weil der Elfmeter drin gewesen wäre. Vielleicht ist das Glück ja wieder da. Schießt Hertha ein frühes Tor, kann es was werden. Ansonsten fürchte ich, dürfen sich die Zuschauer wieder auf ein Spiel mit wenig bis gar keinem Tor einstellen – auch wenn ich natürlich auf einen Sieg hoffe.

vfl4ever: Frühes Tor? Da machst dir als VfLer keine Sorgen, obs nun 0-2 ist wie gegen Sch… oder Hannover oder 0-3 wie gegen Gladbach, jeweils zur Halbzeit ;-)

Daniel: Deswegen machen wir – wenn – dann auch nur eins, damit ihr bis zum Abpfiff auf das zweite oder dritte wartet und euch dann wundert, dass das Spiel plötzlich vorbei is ;)

Martin: Ich erwarte ebenfalls ein langeweiliges Spiel. Not gegen Elend sozusagen. Die einen (Hertha) können nicht, die anderen (Bochum) sind mit einem Punkt zufrieden (und können auch nicht, nebenbei gesagt). Wie es ausgehen wird? 1:1 (1:0 Gekas, 1:1 Freier).

Ben: Fehler, Fehler, Fehler. Und wenn eines der beiden Teams ein bisschen besser ist, macht es aus den Fehlern direkt Tore. Ich erwarte vom VfL nicht viel, aber der alte Rolf Rüssmann Spruch sollte am Ende des Tages mindestens eingelöst sein: “Wenn wir hier heute nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt”

4. Frage:
Wer ist der Hoffnungsträger bei der Hertha? Wo gibt es Lichtblicke, woran ihr als Fans euch hochziehen könnt, die Hoffnung nicht zu begraben?

Andreas: Hoffnungsträger? Voronin ist doch schon weg :-)

Enno: Dafür haben wir jetzt ja Gekas und Ramos! Dazu macht die zuletzt gute, kämpferische Einstellung der Hertha Mut.

Daniel: Mein Hoffnungsträger heißt Fußballgott. Denn dass es nicht reicht, engagiert zu spielen, haben wir gegen Gladbach gesehen. Hertha braucht Glück, viel Glück. Dass man sich ein bisschen davon erarbeiten kann, ist klar. Aber ich fürchte, dass das nicht reichen wird, um da unten raus zu kommen. Denn zwei Teams über uns müssen zusätzlich reichlich Pech haben.

Ben: Lalalalalalalalalalalaaaaa, Theofanis Gekas, lalalalallalalalalaa, Theofanis Gekas!

5. Frage
Hab vergessen: Macht Gekas eine Bude gegen seinen Ex-Verein?

Enno: Das muss er! Gekas steht für Hertha und die WM-Teilnahme in der Pflicht auch gegen seinen Ex-Verein zu treffen. Das wäre natürlich ein Fest für die Zeitungen mit den großen Buchstaben. In Berlin wird er ja bereits als “Gyros-Bomber” gefeiert. Allerdings nur vom Boulevard…

Andreas: Gekas wird genauso dumm aus der Wäsche gucken wie Edu am letzten Spieltag. Oder wie der griechische Philosoph bereits selbst visionär erklärte: “Ich liebe die Stadt Berlin. Eine andere Liga als Bochum oder Leverkusen” Und die Betonung liegt auf “andere Liga” ;)

vfl4ever: Als Bochumer weiß man, dass Gekas auch eine Menge Chancen liegen läßt. Wenn es unserer Abwehr also gelingt, ihn nicht so oft lang gehen zu lassen, sondern ihn in die Zweikämpfe zwingt (schlechte Zweikampfbilanz und so), dann sollte er leer ausgehen. Ach, und über das Zitat bin ich nichtmal böse. Klar ist Bochum schöner als Leverkusen, und klar ist eine Metropole wie Berlin anders als der Ruhrpott. Aber… “andere Liga” ist gut ;-)

Daniel: Ist mir ehrlich gesagt egal. Wenn er den Elfmeter zum Sieg herausholt oder den Pass auf Ramos spielt, der zum Siegtor führt, reicht mir das auch. Es würde mir sogar reichen, wenn er gar nicht spielt und Hertha trotzdem gewinnt.

Martin: Gekas ist ne Drecksau. Im positiven Sinne. Klar, er lässt viele Chancen liegen, steht 20 Mal im Spiel im Abseits, aber den einen, den macht er halt rein. Und den wird er auch gegen Bochum machen, so wie immer Ex-Spieler gegen uns treffen (was genau so subjektiv ist, wie dass man immer an der Kasse steht, an der es am längsten dauert).

Ben: Andreas, “andere Liga” war gut. Ihr habt doch noch so viele andere Spieler, die seit Jahrhunderten kein Tor mehr geschossen haben. Wer es gegen uns nicht schafft, der sollte mal darüber nachdenken, ob er wirklich Fußballprofi bleiben möchte. “Hugo” Sanchez von Schalke hat auch gegen uns getroffen. Vorher, glaube ich, auch nicht allzu häufig…

6. Frage:
Wie ist eigentlich die Stimmung in Berlin? Hat das Umfeld (also Fans und Verein) realisiert, dass es Richtung zweite Liga gehen kann? Oder geht man davon aus, dass schon alles irgendwie gut gehen wird?

Daniel: Ich spreche mal für mich als Fan: Ja, ich habe es bereits realisiert und setze mich bereits ernsthaft damit auseinander. Trotzdem glaube ich an, hoffe ich auf und bete ich für den Klassenerhalt. Ich glaube, dass die meisten Fans in Berlin ebenfalls darauf hoffen, dass es noch was wird und unbedingt sagen können wollen: “Ha, jetzt könnt ihr euch euren Spott sonstwohin stecken! Uns kriegt nicht mal die zweitschlechteste Hinrunde der Geschichte unter!” Der Verein hat es längst realisiert und mittlerweile ja auch einige Maßnahmen ergriffen, um die Berliner zu mobilisieren. 47.000 Zuschauer gegen Gladbach bei -15 Grad ist für Berlin schon sensationell. Aber wenn die Mannschaft nicht gewinnt, bringt das alles nichts.

vfl4ever: ich denke auch, dass bisher alle Anzeichen dafür sprechen, dass Hertha absteigen wird.. Aus Bochumer Sicht ist gut, dass Hertha diese Hinrunde spielte, dass Hannover da so sang- und klanglos unten reinrutscht und dass Nürnberg ein junges unerfahrenes Team hat. Da kann es uns auch egal sein, dass sich Stuttgart da langsam wieder herausarbeitet.

7. Frage
(die mich persönlich interessiert, aber nichts mit dem Spiel zu tun hat):
Ich wohne in Dortmund, habe aber viel Kontakt zu Fans oder zumindest Unterstützern vom VfL. Die verstehen nicht, warum auch Heiko Herrlich an Marcel Maltritz in der Innenverteidigung festgehalten hat, zumal mit Patrick Fabian ein talentierter Nachwuchsspieler auf seinen Durchbruch wartet und (unter anderem gegen Bayern) schon bewiesen hat, dass er ein Guter ist. Seid ihr mit Maltritz zufrieden oder ist er unter den Fans auch umstritten?

vfl4ever: Ich denke, der Maltritz ist nicht umstritten. Es ist allgemein bekannt, dass er nichts taugt ;-) Mavraj und Yahia sehe ich auch lieber, aber nachdem Mavraj dem Kevin die dicke Chance zum 3-0 aufgelegt hatte, nutze ich mal die Worte von Peter Neururrer: “Der Junge ist verbrannt.” (Zitat eigentlich über die Aufstellung Edus in der Abwehr nach dem Fauxpas im Lüttich-Spiel)

Martin: Ich bin mit Marcel Maltritz auch nicht zufrieden. Als er 2004 vom HSV nach Bochum kam, da kam er eigentlich als defensiver Mittelfeldspieler, als 6er sozusagen. Doch da war er völlig falsch aufgehoben und war ein ständiger Unsicherheitsfaktor. Dann wurde er relativ schnell in die Innenverteidigung beordert (korrigiert mich, aber ich meine, das war in der letzten Zweitligasaison) und bekam dann mit Anthar Yahia einen sehr guten Partner an die Seite gestellt. Die beiden harmonierten verdammt gut miteinander. Maltritz war dann Vize-Kapität und nach dem Rauswurf von Thomas Zdebel wurde er dann Mannschaftsführer. Und für mich fing der Abstieg damit an. Er stellte sich so halb hinter den Trainer, machte vielleicht einige unbedachte Äußerungen, riss hier und da vielleicht das Maul zu weit auf und ließ dann keine Taten folgen. Die Fans hatten die Zdebel-Geschichte noch im Hinterkopf (ein eher ruhiger Kapitän, der Sachen intern ansprach und ein gewisses Standing in der Mannschaft hatte), und dann kam da jemand, der die Fans nicht verstand (“Ich weiß nicht, warum die jetzt unzufrieden sind”), große Töne spuckte und dann auf dem Platz nicht die entsprechende Leistung brachte. Das passte einfach nicht zusammen. Meiner Meinung nach hat Marcel Maltritz seinen Zenit überschritten und sein Kapitänsamt bewahrt ihn noch davor, auf der Bank platz zu nehmen.

Ben: Eine völlig unzulässige Frage!!!

8. Frage (auch ganz unabhängig vom Spiel, das interessiert mich schon lange)
Woran liegt das, dass Deutschland eines der wenigen Länder (wenn nicht sogar das einzige Land) ist, das keinen Hauptstadtclub im internationalen Geschäft hat und sogar Gefahr läuft, in der nächsten Saison keinen Hauptstadtclub in der ersten Liga zu haben?

Ben: Mal ganz ehrlich, diese Frage nervt mich genauso, wie dieses ständige Gerede über den europäischen Wettbewerb, das schlechte Abschneiden der Deutschen und das wenige Geld, das man hier hat, das daran Schuld ist. Warum spielt Rot-Weiss Essen nicht in der Bundesliga? Das interessiert mich weit mehr!

vfl4ever: Stimme Ben da zu! Wäre Bonn noch die Hauptstadt, würde niemand diese Frage auch nur annähernd in Betracht ziehen. Soll das Land etwa Geld reinpumpen, damit der Hauptstadtklub ein Aushängeschild wird? (ok, machen sie bereits über den Umweg DB)

24. Januar 2010

Der Ausgleichsschrei von Günther Pohl

geschrieben von Martin um 21:29 Uhr – abgelegt unter: VfL Bochum

Günther Pohl sollte sich nur noch aufs Radio beschränken. Und sich in Günther Gol umbenennen. Warum? Hört Euch das hier ab Minute 3:40 an… “Deutschland ist Weltmeister” würde ich sagen ;-)

Luis Reichert hat noch ein schönes “So geh’n die Bochumer”-Video gepostet:

Heiko, der Prophet

geschrieben von Martin um 17:32 Uhr – abgelegt unter: VfL Bochum

Nee, watt schön. Gefühlter Sieg würde ich sagen, oder? Über verdient oder nicht hüllen wir an dieser Stelle mal lieber den Mantel des Schweigens. Aber mal von Anfang an.

Schalke machte von Anfang an Druck und spielte ein astreines Pressing, mit dem der VfL zumindest in der ersten Hälfte nie klar kam. Dazu versuchten sie es konsequent über außen und setzten Fuchs, der eh seine Stärken eher in der Offensive hat, und Concha, der mit Sanchez überhaupt nicht klar kam, massiv unter Druck. Folgerichtig war es dann auch Sanchez, der nach fünf Minuten das 0:1 erzielte, nachdem sich Farfan auf rechts durchgesetzt hatte und die ganze Bochumer Hintermannschaft inklusive Torwart Heerwagen gedanklich noch in der Kabine war. Ich hatte schon die Schnauze voll und der VfL fiel wieder in alte Verhaltensschemata zurück. Im Klartext: der “Spielaufbau” bestand darin, aus der Abwehr Sören-Colding-Gedächtniss-Pässe nach vorne zu pöhlen. Doch da stand kein Vratislav Lokvenc, sondern die Kopfballungeheuer Sestak und Epallé standen den kleinwüchsigen Bordon und Höwedes gegenüber. Überflüssig zu erwähnen, wer die Duelle mit hübscher Regelmäßigkeit gewann. Die einzige Torchance bestand aus einem Pfostenschuss von Prokoph, der aus spitzenstem Winkel aus purer Verzweifelung einfach mal abzog.

Zum “psychologisch ungünstigen Zeitpunkt” (zwei Euro ins Phrasenschwein dafür) drückte dann Kevin Kuranyi den Ball zum 0:2 über die Linie, nachdem Moritz sich im Mittelfeld gegen Mavraj durchgesetzt hat. Ob Foul oder nicht ist auch erstmal egal, Sportskamerad Mavraj hat einfach nicht protestierend auf dem Boden liegen zu bleiben.

In der Halbzeit hat Heiko Herrlich dann nicht nur eine Ansprache gehalten, die sich gewaschen hatte, sondern auch Matias Concha den Doppelknoten aus den Beinen entfernt, den Sanchez ihm da reingespielt hat. Zumindet fand er unfallfrei seinen Platz auf der rechten Verteidigerposition wieder. Und war man unter Marcel Koller daran gewöhnt, dass die erste Auswechslung unabhängig vom Spielstand erst in der 80. Spielminute stattfand, wechselte Herrlich gleich doppelt und brachte Azaouagh und Freier für Prokoph und Dedic. Und jener Freier hatte in den ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte mehr Offensivaktionen als die gesamte Mannschaft vor dem Wechsel.

Und plötzlich fand der VfL wieder ins Spiel, Schalke schaltete einen Gang zurück, wollte das 0:2 wohl verwalten. Neuzugang Maric, der mir in ziemlich gut gefiel, forderte immer wieder den Ball und verteilte in clever, die zwingenden Torchancen blieben aber aus. In der 55. Minute hätte Kuranyi dann das 0:3 erzielen müssen, nachdem Mavraj, der – man ahnt es schon – heute nicht seinen besten Tag erwischt hatte, im Strafraum einfach mal das Luftloch vergrößerte, das Edu gegen Lüttich dort hinterlassen hatte. Später mehr dazu.

Unverständlicher Weise nahm Magath dann Sanchez aus dem Spiel, die Steine, die Concha vom Herzen gefallen sind, waren kilometerweit zu hören. Und dann, in der 72. Spielminute, wechselte Heiko Herrlich Hashemian für Epallé ein und prophezeite ihm, dass er ein Tor selber schießen und eines vorbereiten werde. Und er sollte Recht behalten. Aber der Reihe nach. Nach Ecke Maric steht Hashemian im Fünfmeterraum mutterseelenallein und dann den Ball zum Anschlusstreffer in die Maschen hauen. Und dann kam Edu. Verursacher des großen Bochumer Kollektivtraumas (wer nicht weiß, worum es geht, möge eine Suchmaschine der Wahl mit den Stichworten “Bochum”, “Lüttich” und “Edu” füttern) kam ins Spiel. Auf meiner Taktiktafel stellte ich ihn voodoomäßig selbstverständlich in die Abwehr, in der verzweifelten Hoffnung, es würde etwas nützen. Felix Magath tat mir leider nicht den Gefallen und beorderte ihn nach vorne, wo er allerdings seine einzige Torchance vertändelte.

Und dann erfüllte sich der zweite Teil der herrlichen Prophezeiung. In der 92. Minute spielt Paul Freier lang auf Hashemian, der lässt Publikumsliebling Rafinha ganz alt aussehen und flankt butterweich in den Strafraum, wo Stani Sestak hochsteigt und unbedrängt den Ball per Kopf in die Maschen wuchtet. Der Rest ist nur noch Jubel, Jubel und Jubel.

Ich lege mich mal fest, wer so ein Spiel umdreht, steigt nicht ab. Und wer so ein Spiel noch aus der Hand gibt, wird auch nicht deutscher Meister. So macht der VfL seit langer Zeit wieder Spaß, seit Heiko Herrlich das Zepter in der Hand hält, stimmt es in der Mannschaft wieder, die Mannschaft ist konditionell wieder auf der Höhe und es wird wieder mit Leidenschaft Fußball gespielt.

Der Trick, Vahid Hashemian vorzusagen, was er zu tun hat, war einfach nur genial. Für das nächste Spiel in Berlin wünsche ich mir aber auch, dass Heiko Herrlich den Außenverteidigern mal sagt, dass sie ruhig verteidigen dürfen.

22. Januar 2010

Derbyzeit

geschrieben von Martin um 19:51 Uhr – abgelegt unter: VfL Bochum

Morgen ist wieder Lokalderby und Kollege Luis Reichert hat drüben einen netten kleinen Fragebogen an einige Schalker verschickt. Die Meinungen sind sicherlich nicht repräsentativ, aber der Tenor überrascht mich doch ein wenig. Klar, die Spiele gegen Bochum werden für die meisten Schalker immer nur maximal “das kleine Derby” sein. Aber das ist ja auch völlig in Ordnung. Die Welle der Sympathie, die uns Bochumer da entgegenschwappt, ist allerdings schon erstaunlich.

Vielleicht ist es für einige nicht gerade erstrebenswert, ein sympathischer Verein zu sein. Aber die denken ja auch, dass Rauchbomben einen tollen Auswärtssupport darstellen. So ganz kann ich diese Sympathie leider nicht zurückgeben, der Größenwahn und das Leben und Spekulieren mit nicht vorhandenem Geld finde ich schon mehr als grenzwertig. Das gilt übrigens genauso für die östlichen Nachbarn. Allerdings kann da ja der Schalke-Fan an sich nichts dazu und es ist schon sehr beeindruckend, was Felix Magath in dieser Saison aus der Mannschaft herausholt.

Für mich sind die Spiele gegen Schalke immer etwas Besonderes. Und das 2:1 am 27.04.2007 wird mir wohl ewig in Erinnerung bleiben. Nicht, weil wir damals den Schalkern die Meisterschaft versaut haben. Ehrlich gesagt, das ist mir völlig egal, ich würd’s den Schalkern sogar gönnen. Nein, weil an diesem Abend einfach alles passte und ein übermächtiger Gegner mit viel Leidenschaft niedergefightet wurde. “What an equalizer” schrie der englische Kommentator beim 1:1-Ausgleichstreffer von Misimovic, der mit dem Kopf traf.

Zur Einstimmung auf morgen ist hier noch einmal die Schlussreportage von Günther Pohl im Bochumer Lokalradio. So sehr ich seine polemische Meinungsmache in den Printartikeln ablehne, so sehr mag ich ihn als Radioreporter.

20. Januar 2010

Und wieder kein Job für Marcel Koller

geschrieben von Martin um 22:34 Uhr – abgelegt unter: VfL Bochum

Seit dem 20.9.2009 ist Marcel Koller jetzt nicht mehr Cheftrainer des VfL. Damals schlug den Fans seitens der Medien zumeist völliges Unverständnis ins Gesicht, mit ihrer überzogenen Erwartungshaltung hätten sie den guten Trainer Marcel Koller vom Hof gejagt. Drei Klassenerhalte in Folgen seien schließlich das Größte, was man sich als VfL-Fan wünschen könne. Zum blauen Blog hat die Geschehenisse sehr gut zusammengefasst.

Als er noch Trainer war, war er im Gespräch beim HSV, dort hat Bruno Labbadia den Job bekommen. Nach der Trennung war er Kandidat in Stuttgart, dort wurde im sein Schweizer Landsmann Christian Gross vorgezogen und nun war er zum Vorstellungsgespräch in Hannover, bekannter Weise bekommt dort nun “Marietta” Slomka seine zweite Chance. Gerade diese beiden letzten Absagen zeigen meiner Meinung nach ganz klar, welche Jobs er in Zukunft bekommen kann. Gross war zwar in der Schweiz als Trainer sehr erfolgreich, aber ist das eine Qualifikation, einen angeschlagenen Verein, der den Klassenerhalt als Selbstverständlichkeit ansieht, aus dem Abstiegssumpf zu befreien? Und Slomka, ebenfalls ohne Erfahrung im Abstiegskampf, wird demjenigen vorgezogen, der mit Bochum ja angeblich das Unmögliche der drei Klassenerhalte geschafft hat.

Marcel Koller ist kein Feuerwehrmann, er gilt als “Konzepttrainer”. Ich sehe aber keinen Verein in der Bundesliga, auf den dieses Konzept passen könnte.

15. Januar 2010

Das CMS des VfL

geschrieben von Martin um 13:45 Uhr – abgelegt unter: VfL Bochum

Das Content-Management-System des VfL Bochum ist eine absolute Katastrophe. Am Tag der Entlassung von Marcel Koller war mehrere Stunden vor Bekanntgabe der Entscheidung bereits eine entsprechende Pressemitteilung online. Diese war zwar nicht auf der Startseite sichtbar, man konnte sie allerdings aufrufen, wenn man die direkte URL kannte. URLs zu raten ist allerdings nicht schwer, sind sie doch immer nach diesem Schema aufgebaut:

http://www.vfl-bochum.de/webcache/Pressemeldungen__meldung_7423_6_de.htm

Wenn man nun mit den Zahlen am Ende ein wenig rumspielt (sprich: hochzählt), kommt man eventuell auf noch nicht veröffentlichte Artikel. Bei jedem billigen Blogsystem wird verhindert, dass nicht freigegebene Artikel einsehbar sind!

Nun ist einem User im westline-Forum ein neues Problem aufgefallen. Wieder durch Hochzählen einer ID sind verschiedene Spielerprofile einsehbar, z. B. Clemens Walch, Sören Bertram oder Faty Papy. Da auch Spieler wie Carlos Eduardo und Miroslav Klose vorhanden sind, glaube ich ja nicht, dass es sich um die Scouting-Datenbank des VfL handelt. Fest steht aber, dass dort Daten angezeigt werden, die da nicht hingehören und damit existiert ein nicht abzuschätzendes Sicherheitsproblem.

Update (14:09 Uhr): westline hat mal beim VfL nachgefragt:

Nach einem kurzen Telefonat steht fest:
Es handelt sich hierbei nicht um die Scouting-Liste des VfL-Bochum.

Für den Ticker werden Spieler-Profile (von gegnerischen Mannschaften) generiert, hierbei findet sich natürlich auch der ein oder andere Dummie (sic!).

Das mit dem Dummie glaube ich gerne ;-)

14. Januar 2010

LetzterMannHält ist zurück

geschrieben von Martin um 22:18 Uhr – abgelegt unter: Interna

Still war’s hier… Fast ein Jahr lang kein neuer Beitrag im Blog. Zwischendurch homöopathisches Getwittere von mir. Aber ansonsten: gähnende Leere. Der Grund dafür ist eigentlich ganz profan: fehlende Zeit. Und da wir Dinge entweder ganz oder gar nicht machen, haben wir uns gegen das halbherzige Weiterführen dieses Blogs entschieden und es lieber ganz sein lassen.

In Zukunft werden wir den Fokus verstärkt auf unsere beiden Lieblingsvereine Werder Bremen (Olli) und VfL Bochum (Martin) richten. Aber selbstverständlich werden wir unsere Lieblinge – hier seien exemplarisch einmal Peter Neururer und Ailton genannt – genauestens beobachten und hier entsprechend würdigen.

Kinder, wir freuen uns, dass das morgen wieder losgeht!

13. Februar 2009

Links der Woche vom 6.2.-12.2.2009

geschrieben von Martin um 8:00 Uhr – abgelegt unter: Blätterwald – Stichwörter: , , , , ,

Königsblog: Wenn die Lupe zum Diffusor wird

Die Bundesliga ist zu langsam, liest man immer wieder. Trotzdem wird im für die Bundesliga zuständigen Fernsehen jeder Schuh, kommt er nun in Werbefarbe daher oder „retro”, jeder Nasenbohrer und jeder fluchende Mund stark verlangsamt und vergrößert gezeigt. Das der Begriff Zeitlupe nicht passt, dass mit dieser Technik häufig eine eigene Wahrheit geschaffen wird, dafür gibt es immer wieder Beispiele. Das jüngste erst gestern.

sportmedienblog: Absicht oder nicht?

Die Rollen sind schnell verteilt. Der Badboy, Kevin-Prince Boateng. Das unschuldige, harmlose Opfer, Miroslav Klose. Der zuweilen in seiner Vehemenz einseitige Chefankläger, Franz Beckenbauer. Der Verteidiger des angeblichen Täters, Jürgen Klopp. Oder doch nicht?
Was ist überhaupt passiert? Kurz vor dem 1-1 der Bayern im gestrigen Spiel gegen Dortmund spitzelte Miroslav Klose den Ball zu Franck Ribéry, der wiederum einen Schuss auf Weidenfeller abließ, schlussendlich verwertet Zé Roberto den Abpraller zum Ausgleich. Und nach dem Wegspitzeln des Balls durch Klose trat Kevin-Prince Boateng dem Bayern-Stürmer auf dessen Oberschenkel. Schmerzhaft für den Ex-Bremer, wie man sofort sehen konnte.

allesaussersport: DFB und Hopp: Tue Gutes und lass darüber reden

Da gibt es die “Lex Hopp” die DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch gegen Verunglimpfungen von Dietmar Hopp aus dem Boden hoppste stampfte.
Da gibt es das neue Hoffenheim-Stadion in Sinsheim, das vom DFB als einer der Austragungsorte für die Frauen-WM 2011 gekürt worden ist.
Da gibt es den Sohn von T20, Ralf Zwanziger, der ob seiner Qualitäten Koordinator für Frauenfußball bei der TSG 1587 Hoffenheim geworden ist.
Es ist natürlich keine Vetternwirtschaft, sondern eher viel freie Liebe zwischen der TSG 1743 Hoffenheim, dem DFB und Dietmar Hopp.

DerWesten: Kaiserreich Beckenbauer

Was passieren würde, wenn Franz Beckenbauer tatsächlich ein Mann mit Ambitionen wäre, einer, dem Ämter und Würden nicht nur zufällig zufallen, sondern der energisch nach ihnen strebt, das malt man sich gern mal aus am Stammtisch. Ja, der Franz, wenn der nur Lust hätte, Kaiser von Deutschland zu werden . . . Ach so, ist er ja schon. Ha ha. Und ganz ähnlich scheinen die Einschätzungen auch da zu sein, wo die Stimmungen gebündelt, wo sie reflektiert und verwurstet werden. „Gerhard Schröder gewinnt Machtprobe im Bundesrat. Endlich”, witzelte Harald Schmidt 2004 im Fernsehen, „die Steuerreform ist durch, und die größte Überraschung: ohne die Hilfe von Franz Beckenbauer.”

11. Februar 2009

Verlierer des 19. Spieltags: SV Werder Bremen

geschrieben von Olli um 12:38 Uhr – abgelegt unter: Verlierer des Spieltags – Stichwörter: , ,

Bedauerlicherweise muss MEIN Verein mal langsam aus dem Quark kommen, ansonsten sehe ich schwarz!

Meine geschätze Bremer Mannschaft passte sich leider in einem Grottenkick dem Schalker Niveau an und brachte mal gepflegt nichts zu stande, was ansatzweise mit Fußball zu tun hatte.

Ich verstehe es nicht: da hat man die Chance einem angeknockten direkten Konkurrenten den Arsch zu versohlen und was passiert?! NICHTS!

Ach, komm, ich mag jetzt auch nicht mehr…

Gewinner des 19. Spieltags: Roman Weidenfeller

geschrieben von Olli um 12:29 Uhr – abgelegt unter: Gewinner des Spieltags – Stichwörter: , , , ,

Wie schon in der Vorwoche ist der Gewinner am Spitzenspiel gegen die Bayern beteiligt gewesen. Am Samstagnachmittag trafen der FC Bayern und der BVB aufeinander. Schon früh gingen die Gäste durch Valdez – begünstigt durch Demichellises Ausrutscher – in Führung. Jedoch beeindruckte das die Bayern nicht, sondern sie legten nun erst richtig los und schossen, was die Füße hergaben. Alleridings stand ein ums andere Mal Dortmunds Keeper Roman Weidenfeller im Weg und verhinderte mit spektakulären Aktionen ein Debakel, so dass am Ende die Bayern nur mit 3:1 gewannen.

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