Lutz Heilmann hat in den letzten Tagen bestimmt einiges darüber gelernt, wie dieses Internet denn eigentlich funktioniert. Wikipedia sagt:
Der Streisand-Effekt ist ein Phänomen im Internet: Der Versuch, bestimmte Informationen zu entfernen, kann dazu führen, dass diese noch stärker verbreitet werden. Grund für das Entfernen von Informationen kann eine angenommene Verletzung von Persönlichkeitsrechten sein. Beispielsweise wird dabei der Zugriff auf ein Foto, eine Datei oder auch auf eine vollständige Website beziehungsweise dessen Bereitstellung durch vorläufigen Rechtsschutz untersagt. Anstatt dass die Information unterdrückt wird, breitet sie sich oft durch so genannte Spiegelungen im Internet oder Verbreitung in Filesharing-Netzen aus.[...] Der Effekt entsteht aber nicht automatisch, sondern ist eine gezielte und bewusste Handlung vieler Individuen, aus Neugier oder Überzeugung, etwa zur aktiven Bekämpfung von Zensur.
Seinen Namen verdankt der Effekt Barbra Streisand, die den Fotografen Kenneth Adelman und die Website Pictopia.com auf 50 Millionen US-Dollar verklagte, weil eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens zu finden war. Adelman behauptete, er habe Anwesen am Strand fotografiert, um Küstenerosionen für das California Coastal Records Project zu dokumentieren. Der Journalist Paul Rogers bemerkte später, dass das Bild von Streisands Haus im Internet sehr beliebt war. [...]
Die Kurzfassung:
- der Journalist Jens Weinreich nennt Theo Zwanziger in einem Kommentar im Blog “Direkter Freistoß” einen “unglaublichen Demagogen”
- Zwanziger fühlt sich als “Volksverhetzer” verleumdet und der DFB fordert von Weinreich eine Unterlassungserklärung, er lehnt aber ab
- das Berliner Landgericht gibt Weinreich recht und lehnt die vom DFB beantragte einstweilige Verfügung ab, auch in zweiter Instanz verliert der DFB
- der DFB veröffentlich eine Pressemitteilung, in der unter anderem behauptet wird, Weinreich hätte sich entschuldigt
- Weinreich zerpflückt darauf hin das “Lügengebilde” des DFB
Die Langfassung ist unglaublich komplex, wer mag, kann sich aber unter anderem bei Jens Weinreich, Jens Weinreichs Webweiser, dogfood, Oliver Fritsch, nochmal Oliver Fritsch, Stefan Niggemeier, schwatzgelb und den dort verlinkten Seiten einlesen.
Mittlerweile hat es der Fall auch in die klassischen Medien geschafft.
Und nein, Herr Zwanziger, das Internet besteht nicht aus einer großen, anonymen Masse. Und das mit der Kommunikationsherrschaft würde ich an Ihrer Stelle noch einmal überdenken!
Pingback von Zwanziger und der DFB, eine nette Gesellschaft
19. Oktober 2009 um 18:43 Uhr
[...] sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer.