24. November 2008

Der 14. Spieltag: Put your hands up in the air

geschrieben von Martin um 23:44 Uhr – abgelegt unter: Spieltagsnachlese – Stichwörter: , , ,

Kölns Trainer Christoph Daum ist ja Land auf, Land ab als “Motivator” bekannt, der gerne mal zu ungewöhnlichen Methoden greift, um seine Mannschaften auf ein Spiel einzustimmen. Und von der WM 2006 wissen wir ja, dass DJ Asa diese unerträgliche Heulboje, die von irgendso einem merkwürdigen Weg, der kein allzu leichter sein wird, singt, in der Kabine gespielt hat. Was wirklich in Kölns Kabine abgelaufen ist, ist nicht überliefert, aber das Verhalten der Kölner Abwehrspieler lässt vielleicht darauf schließen, dass dieser Song zum Heißmachen lief. Anders lässt sich nicht erklären, warum  drei Verteidiger beim 0:1 für Hoffenheim durch Demba Ba schon die Hand zum Reklamieren einer Abseitsposition des Hoffenheimers hoben (und aufhörten, weiterzuspielen), bevor der Stürmer überhaupt auf das Tor schoss. Es könnte allerdings auch sein, dass sie sich das unter der Woche beim Länderspiel der Deutschen abgeschaut haben. Kölns Torwart Mondragon lief darauf hin so wehement auf den Schiedsrichterassistenten zu, dass man meinen könnte, er wollte sich für “Das Supertalent” bewerben. Vielleicht hätte er sich aber mehr drehen sollen…

Gedreht hat sich übrigens das Trainerkarussell (und für diese Überleitung steht mir meiner Meinung nach der Gerhard-Delling-Gedächtnispreis zu). Armin Veh wurde in Stuttgart entlassen, nachdem er zuvor zugegeben hat, die falschen Spieler geholt zu haben. Markus Babbel wird vorerst die Mannschaft betreuen.

In Bochum würden es einige Fans dagegen gerne sehen, wenn sich das Trainerkarussell eine Station weiter drehen würde. Die Mannschaft ist nun seit neun Spielen in der Bundesliga ohne Sieg, darüber hinaus schafft sie es nicht, länger als eine Halbzeit ein gutes Spiel zu zeigen. Der 0:3 Pausenstand gegen die alte Dame Hertha wurde dann noch in eine knappe 2:3 Heimniederlage gewandelt, die aber über die wirklichen Defizite hinweg täuscht. Spox.com sprach heute von einem 6-Punkte-Ultimatum, dass Altegoer-Marionette Sportdirektor Thomas Ernst gegenüber Koller ausgesprochen haben soll. Auf der VfL-Homepage wird das ganze dann natürlich umgehend richtig gestellt. Wir sind ja beim kuscheligen VfL, da wird bei Misserfolgen natürlich besonnen reagiert. Aber ich lege mich mal fest, selbst bei drei Niederlagen aus den letzten drei Spielen wird Koller noch das Winter-Traininglager leiten.

Dabei ist Peterle ja jetzt vom Markt, es kann eigentlich nicht so schlimm kommen. Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre das Gespann Doll/Zumdick. Wobei, beim VfL würde man wahrscheinlich eine günstige interne Lösung präferieren. Dariusz Wosz und Dauer-Co-Trainer Frank Heinemann. Seit 1996 macht das Bochumer Urgestein den Hütchenaufsteller für die Trainer Toppmöller, Middendorp, Dietz, Zumdick, Schafstall, Neururer und Koller. Sad but true!

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