Euphorie will bei mir so richtig keine aufkommen. Aber es war ja auch “nur” ein Pflichtsieg gegen den Karlsruher SC. Man muss es mal ganz klar sagen, wäre dieses Spiel verloren gegangen, dann wäre es zappenduster geworden. Dann hätte der VfL punktgleich mit dem Tabellenletzten Mönchengladbach schon 5 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer gehabt. Nun steht man mit einem Punkt Vorsprung auf Platz 15.
Die Stimmung vor dem Spiel war ja etwas merkwürdig. So richtige Vorfreude auf den Start der Rückrunde kam bei mir nicht auf. In Bochum gab es einige Unruhe um Thomas Zdebel, daher wurde im vfl4u-Forum ein Protestaktion geplant. Vor dem Spiel sollten Zettel mit Zdebels Rückennummer 8 hochgehalten werden und beim Rufen der Mannschaftsaufstellung die Nachnamen aller Spieler durch “Zdebel” ersetzt werden. Und was soll ich sagen? Die Protestaktion gelang so gut, dass in der Halbzeitpause bei Premiere fast ausschließlich darüber berichtet wurde. Kommissar Zufall half auch noch ein wenig mit, die Protestaktion lief genau in dem Moment, als Thomas Ernst vor dem Spiel im Premiere-Interview war.

(mit freundlicher Genehmigung von www.1848er.eu, Copyright: Lars Pöbel)
Der Manager des VfL bewies nach dem Spiel wieder einmal, dass er entweder sehr merkwürdige Ansichten hat oder sie nicht richtig kommunizieren kann. Allerdings disqualifiziert ihn beides für seinen Job. DerWesten.de zitiert ihn so:
Die Protestaktion der Fans muss ich nicht nachvollziehen können: Sie verstehen uns nicht, da muss ich sie auch nicht verstehen.
Das Spiel war – nun ja – allerhöchstens zweitklassig, Karlsruhe zeigte die bessere Spielanlage, war aber vor dem Tor zu harmlos, alleine Freis vergab zwei Hunderprozentige. Der VfL machte es besser, Christian Fuchs versenkte einen Freistoß in der Torwartecke, Miller rutschte auf dem tiefen Boden weg. Und in der zweiten Halbzeit setzte Sestak Neuzugang Klimovicz in Szene, der Miller umkurvte und zum 2:0 einschob.
Für Werder Bremen wäre es auch ein Pflichtsieg gewesen. Wollte man den Anschluss an die UEFA-Cup-Plätze nicht verlieren, mussten gegen Bielefeld unbedingt drei Punkte her. Nach dem Kantersieg im letzten Jahr schien der Sieg trotz der zahlreichen Ausfälle bei Werder nur Formsache zu sein. Aber Pustekuchen, die Arminia gewinnt 2:1 im Weserstadion und verschafft sich so ein wenig Luft im Abstiegskampf. Werder hat jetzt sieben Punkte Rückstand auf den UEFA-Cup und gar zehn Punkte auf die Champiosleague.
An der Tabellenspitze haben die Bayern ein wenig an Boden verloren. Durch die Niederlage am Freitag in Hamburg und die Siege von Hertha und Hoffenheim liegen die Bayern mit drei Punkten Rückstand auf die Spitze auf Platz 4.
Den Versprecher des Tages leistete sich übrigens der ansonsten ausgezeichnete Premiere-Kommentator Jürgen Schmitz. Er sprach von der “Bochumer Reviersport-Arena”. Das wäre wohl ganz nach Geschmack des Bochumer “Hofberichterstatter” Günther Pohl.
